Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e.V.
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Karten für Inklusion – spielerisch Barrieren erkennen und abbauen

Stuttgart, 6. Oktober 2026 – Barrieren erkennen, gemeinsam Lösungen entwickeln und dabei neue Perspektiven gewinnen: Das Kartenspiel „Karten für Inklusion“ lädt auf kreative und spielerische Weise dazu ein, sich mit Barrieren und deren Abbau auseinanderzusetzen.

Die britische Organisation UNLIMITED hat das Kartenspiel bereits 2018 veröffentlicht. Rechtzeitig zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen hat der Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg (LVKM) eine deutsche Version entwickelt und seit Mai bei Veranstaltungen erprobt.

Karten für Inklusion - spielerisch Barrieren erkennen und abbauen
Karten für Inklusion - spielerisch Barrieren erkennen und abbauen

Die „Karten für Inklusion“ wurden für und von Kulturschaffenden entwickelt und richtet sich insbesondere an Kulturveranstalter, Kulturinstitutionen und Teams, die gemeinsam Barrieren erkennen und kreative Lösungen für mehr Teilhabe entwickeln möchten. „Wir wollten einen Weg finden, der jedem Einzelnen hilft, seine eigene Kreativität zu nutzen, um Lösungen für barrierefreie Zugänge zu entwickeln – anstatt die Beseitigung von Barrieren als etwas zu sehen, das nur ‚Experten‘ lösen können. Und wir wollten es sowohl spielerisch als auch lehrreich machen“, erklärt Jo Verrent von UNLIMITED. Das Spiel wurde innerhalb von 18 Monaten entwickelt und weltweit getestet, um sicherzustellen, dass es so einfach wie möglich zu spielen ist.

Ein Kartenspiel mit Perspektivwechsel

LVKM-Geschäftsführerin Jutta Pagel-Steidl entdeckte das Kartenspiel eher zufällig bei einem Besuch der Ausstellung „Design and disability“ im Victoria & Albert Museum in London – und war sofort überzeugt: „Mir persönlich hat der spielerische Zugang gut gefallen. Es gibt keine vorgegebene Lösung. Ein zufällig zusammengewürfeltes Team stellt sich der Herausforderung, eine Teilhabebarriere zu erkennen und diese abzubauen. Das fördert das Verständnis füreinander und schafft Wege für ein Miteinander.“

Spielerisch Barrieren abbauen: Gut beschützt vor dem Regen werden die „Karten für Inklusion“ in der Stuttgarter Innenstadt mit Passanten getestet.<br>Foto: © Beate Gärtner
Spielerisch Barrieren abbauen: Gut beschützt vor dem Regen werden die „Karten für Inklusion“ in der Stuttgarter Innenstadt mit Passanten getestet.
Foto: © Beate Gärtner

Da es bislang keine deutsche Version des Kartenspiels gab, entwickelte der LVKM Baden-Württemberg diese mit Erlaubnis von UNLIMITED. Die Illustrationen des behinderten Künstlers Seohye Lee wurden übernommen, die Texte ins Deutsche übersetzt. Gefördert wurde das Projekt von der Aktion Mensch.

Was sind die „Karten für Inklusion“?

Das Spiel besteht aus unterschiedlichen Kartensätzen mit den Kategorien „Was“, „Wo“ und „Barriere“. Jede Karte enthält ein einfaches Wort oder einen kurzen Satz sowie eine Illustration.

Ziel ist es, möglichst viele Ideen und Lösungen zu entwickeln, um Barrieren bei Kunst- und Kulturveranstaltungen zu erkennen und zu überwinden. Besonders gut funktioniert das Spiel in einer gemischten Gruppe. Wenn Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven gemeinsam spielen, entstehen vielfältige und manchmal auch unkonventionelle Ideen für den Abbau von Barrieren.

Ein Beispiel:

Aus diesen drei Karten entsteht eine konkrete Herausforderung: Wie lässt sich ein Konzert in einem Park so gestalten, dass alle Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen daran teilnehmen können?

Das Spiel ist leicht verständlich und regt gleichzeitig zum Nachdenken an. Es macht auf Diskriminierung und Barrieren im Alltag aufmerksam – nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern spielerisch und kreativ.

INFO
Sie können die „Karten für Inklusion“ als PDF-Set hier kostenlos herunterladen.
Einfach herunterladen, ausschneiden und los geht’s!



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